Rechtsruck? Historische Perspektiven auf rechte Formierungen

Datum/Zeit: 14.11.2020, 14:00 - 16:00
Veranstalter: BGR
Eintrittspreis: unbekannt


Achtung: Aufgrund der aktuellen Situation findet die Veranstaltung online statt.

Infos und Anmeldung auf
https://www.bgr-paderborn.de/

Rechtsruck? Historische Perspektiven auf rechte Formierungen von Naima Tiné/Eric Angermann

Der parlamentarische Erfolg der AfD oder die mediale Präsenz der Neuen Rechten. Eine Vielzahl gesellschaftlicher Phänomene wird unter dem Begriff Rechtsruck subsumiert. Aber ist dieser Begriff überhaupt dafür geeignet und welche Entwicklungen werden innerhalb des “Rechtsrucks”-Diskurses verschleiert? Mittels einer historisch-kritischen Perspektive soll die Entwicklung der politischen, Rechten in den letzten 40 Jahren beleuchten und die aktuelle Situation verständlich gemacht werden.

Wer seit einigen Jahren antifaschistische Gegenwartsbeschreibungen aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen liest, hört oder sieht – sei es etwa in Reden von Linkspartei-Abgeordneten, auf Facebook-Seiten linksradikaler Antifa-Gruppen oder in Kommentaren bürgerlich-liberaler Leitmedien –, der*dem begegnet in aller Regelmäßigkeit der Begriff „Rechtsruck“. Unter ihm subsumiert werden die parlamentarischen Erfolge der AfD, die teils massiven Proteste völkischer Gruppierungen und auchdie verstärkte mediale Präsenz einer Neuen Rechten. Diagnostiziert wird mit dem Begriff eine „Verschiebung des Sagbaren“. Doch genauso wie „Rechtsruck“ beinahe unwidersprochen und wie selbstverständlich als aktuelle politische Lagebeschreibung genutzt wird, bleibt es in der Regel ebenso unklar, was er materialistisch überhaupt beschreiben soll. Seit wann gibt es eigentlich diesen „Rechtsruck“, der semantisch eine eher abrupte denn allmählich voranschreitende Veränderung beschreibt? Was bedeutet es, wenn eine gesellschaftliche Lagebeschreibung sich vor allem auf parlamentarische Veränderungen der letzten Jahre bezieht? Welche Entwicklungen werden durch diesen Begriff unsichtbar gemacht? Wessen Erfahrungen unter den Teppich gekehrt? Der Begriff „Rechtsruck“ kommt uns ahistorisch und alarmistisch vor: Er berücksichtigt einige gesellschaftliche Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte nicht, ohne deren Kontext die Handlungen der heutigen politischen Rechten nicht zu verstehen sind. Mittels einer historisch-kritischen Perspektive wollen wir die Entwicklung der politischen Rechten in den letzten 40 Jahren beleuchten und die aktuelle Situation so in ihrem Gewordensein begreifen. Dabei versuchen wir ökonomischen sowie sozial-kulturellen Entwicklungen seit
dem Ende der 70er Jahre Rechnung zu tragen. In diesem interaktiven Vortrag wollen wir mit euch gemeinsam diskutieren, welche alternativen Analysen für die heutige politische Situation fruchtbar gemacht werden können.

NO LOVE FOR HATERS 2020
BGR Veranstaltungsreihe

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